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Ursachen von Konjunktur- und Wachstumsschwankungen



 
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Kevin




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 10.03.2007, 22:43    Titel: Ursachen von Konjunktur- und Wachstumsschwankungen Antworten mit Zitat

Ja also ich fange mal mit diesem Thema an und stelle meine Texte dazu hier rein. Denke damit ist der Anforderungsbereich für "Ursachen von Konjunktur und Wachstumsschwankungen... weitesgehen abgedeckt.
Morgen werden noch weitere Text folgen.
Kritik und Anregungen sind natürlich erwünscht.

Ursachen von Konjunktur Schwankungen aus
verschiedenen Perspektiven



Sonnenfleckentheorie von Jevons 1835-1882

Diese Theorie spielt heute keine Rolle mehr.
Periodisch wiederkehrende Missernten, hervorgerufen durch Sonnenflecken, wurden als Grundlage für Preissteigerungen im Agrarbereich und sinkender Nachfrage nach Industriegütern gesehen. Auch wenn sie heute keine Rolle mehr spielt, sind die Grundgedanken von Preisteigerungen und der Wichtigkeit der Nachfrage noch heute bedeutend.


Joseph A. Schumpeter (1883-1959)


Wirtschaftliche Entwicklung ist laut Schumpeter ein Prozess permanenter Zerstörung.
Neue, bessere Produkte verdrängen Ältere, z.B. das Auto die Kutsche oder die Fabrik das Handwerk.
Hauptgrund sind Innovationen, die technische Revolutionen und einen anhaltenden Strukturwandel bewirken.

Verschiedene Arten von Innovationen:

1. Erfindung neuer Produkte ( Video)

2. Verbesserung bestehender Produkte (Fernseher LCD/Plasma)

3. Neue bzw. verbesserte Produktionstechniken. (Maschinen)

4. Erschließung neuer (Absatz)märkte (Erdgas Nordsee)

5. Umstrukturierungen im Unternehmen

Inventionen (Ideen) sind kontinuierlich vorhanden. Investitionen dagegen vollziehen sich nur Schrittweise in Abständen.
Innovationsschübe führen dann zu Strukturumbrüchen und der Erschließung neuer Märkte.
Dies ist eine Begründung für (lang) zyklische Wellen.
Warum treten diese Schübe nun so unregelmäßig auf?
Der Grund dafür ist, dass eine Reihe von Bedingungen gegeben sein müssen bis bahnbrechende Innovationen ermöglicht werden.

1. Innovationen erfordern große Umstellungen und hohe Investitionen
2. Investitionen für Innovationen sind risikoreicher, versprechen aber auch größere Gewinne (Pioniergewinne)

Vorraussetzung: Dynamischer Unternehmer, der mutig, entscheidungsstark und weitblickend ist.

Innovationen werden auch deshalb angestrebt, weil die Absatzlage eines Unternehmens unbefriedigend ist. Je länger eine Innovation auf dem Markt ist, umso leichter ist es für andere Unternehmen nachzurücken. (Anschlussinovationen)

Volkswirtschaftliche Dynamik:

Das besondere an einigen Innovationen ist, dass sie auch auf andere Wirtschaftszweige ausstrahlen, so z.B. Eisenbahn, Computer.
Auf Dauer sind aber Produktinnovationen notwenig. Produktionsinnovationen haben eine geringe und kürzere Gewinnerwartung.



Der Aufschwung setzt sich nun aber nicht unbegrenzt fort. Nach dem die ersten „Pioniergewinne“ erwirtschaftet worden sind, strömen mehr und mehr Unternehmen mit denselben bzw. ähnlichen Produkten auf den Markt und schaffen sogenannte Anschlussinnovationen, zusätzlich verbessern oder verfeinern sie teilweise das Endprodukt. Die möglichen Gewinne verringern sich allerdings, umso länger die Kette ist.
In diesem Zeitraum entwickelt sich das Unternehmen zufriedenstellend und es gehen weniger Impulse für Innovationen aus. Erst wenn die Absatzlage unzureichend ist, werden die Unternehmen zu Innovationen „gezwungen“.
Innovationen sind also Kinder der Krise. Es bildet sich ein immer wiederkehrender Zyklus.



Krisentheorie von Karl Marx (1818-1883)

Nach Karl Marx sind zyklische Schwankungen dem System des Kapitalismus immanent.
Er unterscheidet in 2 Hauptursachen für Krisen. Einmal entsteht die Krise durch den Fall der Profitrate und im anderen Zusammenhang spricht man von Realisierungskrisen, wobei diese auch noch einmal in eine Disproportionalitäten- und Unterkonsumtionskrise unterteilt wird.

Disproportionalitätenkrise:

Dies bezeichnet die Krise, die aus der Planlosigkeit der kapitalistischen Produktionsweise hervorgeht. Dabei wird die Nachfrage in machen Branchen falsch eingeschätzt.
In der einen wird zu viel produziert, in der anderen zu wenig. Es entstehen Disproportionalitäten zwischen den wirtschaftlichen Teilbereichen, die sich auf die gesamte Volkswirtschaft ausdehnen können.

Unterkonsumtionskrise:

Unter dieser Theorie ist zu verstehen, dass die Herstellung von Produkten sich schneller vollzieht, als die Nachfrage von Gütern. Außerdem berücksichtigt der Kapitalist nicht die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen, die teilweise vom Kapitalismus selber hervorgerufen werden.



Krise im Zusammenhang mit dem Fall der Profitrate:

Eine sprunghafte Kapitalakkumulation führt laut Marx zu einer steigenden Nachfrage nach Arbeitskräften. Dies hat zur Folge, dass sich die „stille Reservearmee verringert“ und somit die Löhne ansteigen.
Hieraus resultiert eine Verringerung des Mehrwertes sowie der Profitrate.
Nun kann weniger Kapital akkumuliert und folglich investiert werden.
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage sinkt wieder und endet in der Krise. Dieser Kreislauf wiederholt sich in regelmäßigen Abständen, aber nur solange Arbeitskräfte gebraucht werden.
Deswegen geht Marx auch davon aus, dass das System des Kapitalismus irgendwann zusammenbricht, da Maschinen immer häufiger die Arbeit des Menschen ersetzten.

Kapitalakkumulation: Bündelung des Kapitals, welches durch die Realisierung des Mehrwertes erreicht wird.

Mehrwert: Differenz zwischen dem Wert der Arbeitskraft und dem Wert der (verkauften) Ware.

Profitrate: Gewinn bei der Realisierung des Mehrwertes.

Konstantes Kapital: Material, Maschinen usw.

Variables Kapital: Menschliche Arbeitskraft, welche unterschiedlich stark gebraucht wird.



Klassische Wirtschaftstheorie


Die Klassiker gingen davon aus, dass sich die freie Marktwirtschaft selbst reguliert.
Auftretende Krisen wurde durch exogene Faktoren erklärt oder auch durch eingreifen des Staates.
Grundlage war der Gedanke, dass alles Produzierte in selber Höhe auch nachgefragt wird, unter der Vorraussetzung, dass das Geld nur als Tauschmittel zur Verfügung steht und
Vollbeschäftigung gegeben ist. Der Arbeitsmarkt sollte sich ebenfalls nachdem Prinzip Angebot und Nachfrage regulieren. (Sayschen Theorem)
Der Staat sollte sich auf keinen Fall in das Wirtschaftsgeschehen einmischen.




Keynes: gesamtwirtschaftliche Nachfrage


Die Theorie des John Minard Keynes setzte dort an, wo die klassische Wirtschafttheorie versagte.
Grund für seine Überlegungen war die Weltwirtschaftskrise, in der es erstmals zu Massenarbeitslosigkeit kam, wie sie mit der klassischen Theorie nicht zu erklären war.
Bei Arbeitslosigkeit mussten die Arbeitslosen um die Plätze konkurrieren und entsprechend billige Arbeitskraft für die Unternehmen anbieten, so die bisherige Theorie.

Keynes Gedanke war nun, was passiere wenn alle Unternehmen die Löhne herabsetzen, wie in der Weltwirtschaftskrise geschehen.
Logische Schlussfolgerung war, dass das Einkommen aller Haushalte sinken musste und somit auch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Die Unternehmen würden bei entsprechend geringem Absatz, nur geringfügig Arbeiter einstellen oder eher sogar entlassen. Der Abschwung verstärkt sich somit weiter.

Die darauf folgende Überlegung von Keynes war, wie eine Nachfrage geschaffen werden konnte, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Dabei stieß er auf 4 verschieden Arten von Nachfrage:

1. Konsumnachfrage: Diese Möglichkeit kam nicht in Frage, da sie Ursache und Verstärker für Krise war.

2. Investitionsnachfrage: Kaum ein Unternehmen ging das Risiko ein Investitionen zu tätigen, da es hohe Kosten und Risiken bedeutet hätte, zudem wer sollte die neuen Produkte ausreichend nachfragen ?

3. Auslandsnachfrage: Nicht selten herschte im Ausland auch wirtschaftliche Rezession und eine zu starke Abhängigkeit vom Ausland war auch nicht gerade vielversprechend.

4. Staatsnachfrage: Der Staat verfügte in der Phase des Abschwungs über immer weniger Geld, besonders durch geringere Steuereinnahmen usw.

Keynes kam schließlich zu dem Fazit, dass der Staat eine Nachfrage schaffen muss, in dem er sich bei der Notenbank verschuldet.
Allerdings sollte der Staat sich nicht dauerhaft verschulden und im folgenden Aufschwung die Schulden zurückzahlen. Diese kurzzeitige Verschuldung wird als „deficit spending“ bezeichnet.

Fazit:
Keynes diagnostizierte die konjunkturellen Schwankungen als zyklische Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.
Abschwung und Arbeitslosigkeit sind die Folge davon und können nur durch Nachfrage des Staates bekämpft werden, auch wenn diese Nachfrage durch Verschuldung erreicht wird.


Zuletzt bearbeitet von Kevin am 14.03.2007, 19:07, insgesamt einmal bearbeitet
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Kevin




Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 12.03.2007, 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Kondratieff-Zyklen

1926 stellte der Russe N.D. Kondratieff, die Theorie auf, dass sich die Wirtschaft in Form „langer Wellen“ fortentwickle.
Die Dauer dieser Zyklen beziffert er auf etwa 50 Jahre.
Grund dafür sind sogenannte bahnbrechende Erfindungen, dazu gehören die Dampfmaschine, die Eisenbahn oder der Computer.

1. 1800- 1840: Dampfmaschine, Baumwolle

2. 1840- 1880: Eisenbahn, Stahl

3. 1880-1920: Elektrotechnik, Chemie

4. 1920-1975: Petrochemie, Automobil

5.1975-2010: Informationstechnik

6. 2010-2050: Gesundheit

Der Wissenschaftler Leo Nefiodow geht davon aus, dass der 6. Kondratieff-Zyklus
der Gesundheitssektor sein wird. Hauptgrund dafür sei der demographische Wandel.

Als 6. Zyklus könnte auch eine Innovation aus dem Bereich der Umweltforschung sein.
Z.B. Brennstoffzelle, Solarzellen wobei hier eher zu erwarten ist, dass sich mehrere Technologien durchsetzen werden.


Dauer von Konjunkturzyklen

Noch etwas Allgemeines zur Dauer von Konjunkturzyklen. Es wird in drei Hauptgruppen unterschieden.

1. Lange Wellen (40-60Jahre)

2. Konjunkturschwankungen (3-5 Jahre)

3. Saisonschwankungen (Winter-Sommer )


Der Verlauf eines Konjunkturzyklusses sollte klar sein denke ich. Auf Wunsch füge ich das aber auch noch dazu. In Planung ist sind auch Multiplikatoreffekte und akzelerator und so ein Kram.
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Fauli





Anmeldungsdatum: 13.02.2007
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: 17.03.2007, 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

„Exogene Schocks“

Exogene Schocks kann man als Impulse definieren, welche von Außen auf ein marktwirtschaftliches System einwirken.
Die wichtigsten Exogenen Schocks sind folgende:
- Witterungs- und Klimaveränderungen
- Psychologische Stimmungslagen
- Der technische Fortschritt
- Bevölkerungsentwicklung
- Impulse aus dem Ausland
- Politik
Festzuhalten bleibt, dass solche Impulse existieren, sie zwar die „individuelle Besonderheit „ (Impulse verändern die Regelmäßigkeit einer Marktwirtschaft) zyklischer Schwankungen jedoch nicht ihre „periodische Regelmäßigkeit“ erklärt.

Multiplikatoreffekt:

Im Prinzip beschreibt der Multiplikatoreffekt die Auswirkungen von einem Bestimmten Ereignis auf andere Felder, wie eine Art Kettenreaktion.
Wenn zum Beispiel ein Unternehmen expandiert, erschafft es damit meistens neue Arbeitsplätze. Diese neuen Arbeitnehmer bekommen folglich Löhne, von welchen sie zunächst einmal Steuern bezahlen müssen. Diese Steuern wiederum kommen dem Staat zu gute, wodurch dieser Mehreinnahmen hat und diese wiederum investieren kann zum Beispiel mit der Förderung neuer Unternehmen. Die Arbeitnehmer sparen aber auch einen Teil ihrer Löhne, wodurch die Banken liquider werden und somit eine höhere Kreditfähigkeit erreichen, wodurch diese Kredite zum Beispiel an Unternehmen vergeben können und dadurch, einmal die Unternehmen wieder expandieren können und die Banken einen Gewinn durch den auf den Krediten gegebenen Zins erreichen. Weiter werden die Löhne der neu Angestellten Arbeitnehmer für den Konsum verwendet, welches wiederum andere Unternehmen nutzt. Diese „Kettenreaktion“ wodurch sich alles steigert oder erhöht nennt man den Multiplikatoreffekt. In Hand mit diesem Geht auch der Akzelleratoreffekt.

Aktzelleratoreffekt:

Dieser Effekt ist eine Art Beschleuniger des Multiplikatoreffekts, denn durch die hohe Nachfrage von Gütern kommt es im Idealfall zu ausgelasteten Produktionskapazitäten bei den Unternehmen, was wiederum bei diesen zu einer Investitionsgüternachfrage kommt. Dadurch wird das Angebot erhöht und es entsteht eine höhere Nachfrage(Konsummultiplikator).
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